12vorFuchs Improvisationstheater

Warum spielen wir im Unterricht?

In diesem Text möchte ich erläutern, warum das Spielen im Unterricht so wichtig ist.

Für manche Menschen reicht eine einfache Erklärung: Es macht Spaß.

Es macht einfach wirklich viel Spaß. Und wir brauchen im Leben Spaß.

Als angenehme Unterbrechung. Und weil es beim Lernen hilft.

 

Es ist eine willkommene Abwechslung bei anstrengender Arbeit. Es hilft, wieder etwas lockerer zu werden, den Kopf „durchzulüften“, auf andere Ideen zu kommen. Es ist psychologisch erwiesen, dass es gerade auch um eine gute Leistung zu erbringen wichtig ist, immer wieder Abwechslung und körperliche Aktivität einzusetzen – gerade bei einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit wie dem Sprachunterricht ist es dringend notwendig, verschiedene Werkzeuge gegen Monotonie und Müdigkeit parat zu haben. Spiele können hier helfen, indem sie – durch verstärkte Sauerstoffzufuhr aufgrund von Bewegung, und durch das Aktivieren anderer Gehirnregionen – helfen, den Kopf wieder frei zu bekommen, und neue Energie zu tanken.
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Das Verstehen eines Spieles – seiner offenen und versteckten Regeln, sowie der Abläufe innerhalb der Gruppe – und das Spielen selbst – sind komplexe kommunikative Prozesse, die alle Sinne ansprechen, und bei denen Hörverstehen, Sprechen, und körperliche Kommunikation gefordert sind. Alles sind wichtige Fähigkeiten, die so sehr gut trainiert werden können.

Die Spiele sind auch aus gruppendynamischer Sicht – für das Erleben in der Gruppe, für den Zusammenhalt und das Wachsen der Gruppe, ein wichtiges Element.

Bei vielen Spielen sind wir gefordert, unseren Körper und unsere Stimme auf eine Weise einzusetzen, die uns manchmal an die Grenzen unserer Komfortzone bringen. Gerade hier können wir viel lernen: an Selbstsicherheit, an Resilienz, an Fehlertoleranz uns und anderen gegenüber. Wir lernen viel über unser Selbstbild, und können ein Mehr an Sicherheit, zum Beispiel fürs freie Sprechen, für Präsentationen oder Gespräche spielerisch erlernen.

In den Theater- und Improvisationsspielen geht es sehr stark darum, die Angst vor Fehlern loszuwerden. Gerade das ist ein sehr wichtige Eigenschaft beim Erlernen einer Fremdsprache: Wer nur spricht oder schreibt, wenn er sich sicher ist, keine Fehler zu machen, wird höchstwahrscheinlich langsamere Fortschritte machen. Gerade hier kann man mit Spielen viel lernen. Die Stichwort sind hier: „Keine Angst vor Fehlern!“ und: „Mit Freude scheitern.“

Auch wenn es manchen im ersten Moment unangenehm sein kann, so aus sich heraus zu gehen, so zeigt sich doch dass es mittel- und langfristig eine willkommene Abwechslung, ein kleine Oase der Freude inmitten eines arbeitsreichen Alltags sein kann, und die TeilnehmerInnen dabei Spaß haben und viele wichtige Lektionen fürs Leben mitnehmen können.

Es geht darum, spielerische Kommunikations-Situationen zu schaffen, und Momente des Durchatmens für zwischendurch, in denen man lachen, sich ausprobieren, und mit Freude scheitern kann.

Spielen ist Leben, spielen ist lernen.
Die eigentliche Frage müsste also lauten: Warum spielen wir nicht schon längst?

(Marcus Czerwenka)

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