12vorFuchs Improvisationstheater

Rückblicke

Und wie es barockte!

Ach, wir wissen alle, dass Prinz Albert – oder war er Herzog? – aus reichem Hause stammte – oder war seine Familie doch verarmt? – Dies behauptete jedenfalls seine Schwester, die Wirtschaftskundige. Also machte er sich auf die Suche nach dem Geld – oder doch nach der Wissenschaft, die ihm nicht aus dem Kopf – oder war es die Birne? – gehen wollte? Und so heiratete er aus Geldgier eine hässliche Dürre – oder doch aus Liebe die schöne Runde? Jedenfalls machte er sich auf in die Neue Welt – oder war es Spanien? – um seinen Sinn im Leben zu finden.

Doch ganz anders sollte es kommen. Alles ging über Bord, die Bücher, die wissenschaftlichen Geräte und auch seine Frau – oder war sie ein Wal? – Einzig sein Reisegefährte ohne Namen, mit prunkvollem Schnauzer und ein Schwan aus Buchsbaum – oder war es eine Ente? – blieben an seiner Seite. Auch als er gefangen genommen wurde von schrecklichen Piraten mit längsgestreiften Segeln – oder waren sie doch quergestreift?

Und siehe da, wiedervereint in einer Zelle im Rumpf des Schiffes, konnten er und seine Frau den Piraten entfliehen. Als Rammbock sprengte sie die Tür und auch im darauf folgenden Kampfe bewährte sich ihre Körperfülle, auch wenn beide ein Bein verloren – oder war es doch ein Arm?

Trotz fehlender Gliedmaßen landeten sie zufrieden und glücklich auf einer sehr kleinen, einsamen Insel – oder war sie vielleicht doch von der verrückten Piratenkapitänin Theresa bewohnt? – und blieben dort bis an ihr Ende – oder wollten sie doch lieber zurück und ihren gesellschaftlichen Status wieder erlangen?

Wir wissen also, was aus diesen beiden geworden ist – oder auch nicht. Aber was passierte mit den Nachtwächtern und ihren Schatten? Wie erging es dem Krinolinenschneider? Was wurde aus dem Kastraten? Was aus dem fächersprechenden Priester und seinen beiden Gefährtinnen? Und wo geistern Alberts Vater und seine Ente herum?

Diese Dinge und noch so einiges mehr werden wohl immer ein Geheimnis bleiben, über das sich allerhöchstens die Perückenflöhe leise flüsternd unterhalten…

[JB]

Metamorphosen


Metamorphosen – eine improvisierte Steinzeit-Geschichte

 

Wie viele gute Geschichten beginnt auch diese mit den Worten:  Es war einmal vor langer, langer Zeit…

In diesem Fall sogar vor seeeehr langer Zeit, genau genommen in der Steinzeit!  Da lebte der junge Karl, Spross einer Jäger-Familie, mitten im eis-kalten Mammutland in einer Höhle, gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester. Alles wäre gut gewesen, hätte Karl, so wie es sich gehört, einen ehrbaren Beruf gewählt wie Mammut-Jäger oder auch Mammut-Ausnehmer – aber nein, er war anders. Er war versessen auf Pflanzen und das Sammeln von Beeren. Ein Sammler! Welch Schmach für die Familie! Und so kam es, wie es kommen musste: Karl wurde von seinem Vater verstoßen. Und schon damals gab es so eine komische Regel: Wenn man verstoßen wird, muss man gehen. Basta.

Und so verabschiedete er sich von allen: Von seiner Schwester, die Angst um ihn hatte, da er doch nicht einmal den Weg von einer Höhle zur nächsten fand. Doch er konnte sie mit den weisen Worten beruhigen: „Dann wird der Weg, den ich nicht finde, eben mein Weg sein.“

Er verabschiedete sich von seiner Kindheits-Freundin, mit der er viel Zeit verbracht hatte und die für ihn mehr empfand als nur kindliche Gefühle. Und schließlich auch von seinem zeitweiligen Arbeitgeber Stone Johnson, dem Erfinder, der gerade mit der Erfindung der Steinuhr beschäftigt war. Dieser gab Karl ein Geschenk mit auf den Weg: zwei besondere Steine, die er die „Eier des GROSSEN MU“ nannte, bezugnehmend auf ihren Blitz-Gott, der ihr Allerheiligstes war. Denn so wie der GROSSE MU die Blitze schickte (manchmal sogar, um damit die Zeit anzuzeigen), ergab das Zusammenschlagen der „Eier des GROSSEN MU“ eine plötzliche Ansammlung von kleinen Blitzen, die wunderschön aussahen.

Nur von der Mutter seiner Freundin konnte er sich leider nicht mehr verabschieden: Sie war kurz davor auf einer Eisscholle, die aufgrund des zu warmen Winters vom Festland abgebrochen war, im wahrsten Sinne des Wortes verschollen! Scheiße!

So machte sich Karl also auf den Weg – zu Fuß, da Stone Johnson die Erfindung des GROSSEN MU-Rades noch nicht ganz abgeschlossen hatte. Und nach langer und abenteuerlicher Reise kam er schließlich in das waldige Land der Sammler. Dort wurde er von den kreativ-gechillten Hippie-Stonies Jackson und Pollock aufgegabelt. Als erstes war klar, dass er einen neuen, cooleren Namen brauchte. Mit dem dafür üblichen Ritual, dem Finden der eigenen Pflanze in sich selbst, war mit der Brennnessel schnell klar: er war ab sofort Burning Charlie!

Und so fand er auch Eingang in die Dorfgemeinschaft und er lernte dort sogar ein Mädchen kennen, das mit ihm in die Büsche ging, um dort mit ihm Beeren zu sammeln. Doch wie man weiß, wachsen in Büschen nicht nur Beeren, sondern auch Kinder. Doch das erzürnte seine Kindheits-Freundin, die sich extra auf den Weg gemacht hatte, um ihre große Liebe zu suchen, so sehr, dass sie sich schwor, Zwietracht zu säen und so Rache an diesem Verrat zu nehmen.

So wurde Charlie aus dem Sammler-Dorf wegen bösen Gerüchten ausgestoßen und er musste zurück in seine Heimat. Dort kam er zu seinem alten Vater, dem er von seinem bisherigen Leben berichten und sich mit ihm versöhnen wollte. Doch schien es unmöglich, sein altes, hartes Herz zu erweichen. Da die Liebe eines Mannes ja meist durch seinen Magen geht, versuchte er für seinen Vater ein Gericht zuzubereiten, das die Liebe erneut erwecken sollte. Doch es war nur ein vegetarisches Gericht und da schmeckte ihm das von Charlies Kindheits-Freundin in Konkurrenz zubereitete Mammutfleisch im Vergleich viel besser.

In letzter Not holte Charlie sein Geschenk, die „Eier des GROSSEN MU“, heraus und schlug sie aneinander und siehe da: Die Funken stoben auseinander, entzündeten Laub und Geäst. Burning Charlie hatte Feuer gemacht! Und das Feuer führte zu einer Metamorphose von Gemüse und auch von Fleisch in etwas Neues, das eine solche Köstlichkeit war, dass sein Vater in hellste Freude und gleichzeitig seinem Sohn in die Arme fiel. Welch ein Glück, welch ein Segen, welch ein Happy End!
(SF)

Kinder, wie die Zeit verging…

Das war von unserer Show das Ding.
Und was da alles los gewesen, das könnt ihr hier zwar nicht nach-lesen,
jedoch nachschau’n mit einem Klick, da seht ihr’s dann auf einen Blick.

Weiterlesen »

True Stories – eine truer als die andere

12vF 20180127TrueStories Mail

Die Wahrheit ist nicht nur eine Tochter der Zeit, sondern auch des/der Erzählenden. Wie die Füchse die Aufführung vom Jänner 2018 mit dem Titel „True Stories“ jeweils zusammenfassen würden – vor allem die erste, längere Hälfte -, lesen sie wie folgt:

Irene
Der Auftrag aus der Zwischenwelt – für jeden der elf von der Statue Erschlagenen seine zweite Chance auf der Erde zu nutzen. Kann sich die Mutter wieder ins Leben der Tochter einschleichen? Schafft die Agentin den Nudeldiebstahl? Werden die Fischbriefe korrekt erschnüffelt? Vollenden die zwei Alten ihr badewonniges Liebesspiel? Ein Krimi, bei dem nur einer den Durchblick hat. Und Achtung: Die Statue ist tatsächlich überall!

Richard
Sizilien. Die Heiligenstatue hat schon wieder sechs Menschen auf dem Gewissen. Doch sie bezirzen die Wächterin der Zwischenwelt von Himmel und Hölle, um noch einmal auf die Erde zu kommen. Die einen, um die Tochter zu verheiraten, die anderen um die längste Nudel der Welt vom Pizzo Carbonara zu stehlen. Das gelingt zwar, doch das vergessene Mafia-Fisch-Paket führt mit Hilfe der Heiligenstatue wieder in die Zwischenwelt…

Julitta
Der Pfarrer verliebt sich in Christine und obwohl er sich somit von Gott abwendet, bleiben ihm alle Tore geöffnet. Wer wo und warum einen toten Fisch verschickt, weiß niemand, aber es passiert hin und wieder. Genauso wie auch hin und wieder jemand von der Heiligenstatue erschlagen wird. Sogar die Mamma. Aber sie kehrt zurück und bringt die Mafiawelt völlig durcheinander, indem sie die größte Nudel zuerst macht, dann stiehlt und dann auch noch mit der Post verschickt.

Julia
Im schönen Sizilien Mamma zu sein, heißt Respekt bekommen – aber auch viel Hingabe zeigen. Man kann nicht einfach ableben, auch wenn man von einer Heiligenstatue erschlagen wird. Da heißt es, die, die mit einem im Totenreich sind, aufzustacheln, damit alle noch einmal eine Chance auf Erden bekommen. Denn eine echte Italienische Mamma kümmert sich um ihre Tochter, selbst wenn diese schon erwachsen ist – und selbst wenn das heißt, die verfeindete Mafiafamilie zu einem letzten Duell in Form der Challenge, wer die längste Nudel der Welt herstellen kann, herauszufordern. Dass dann *beide* Familien versuchen, die bisher auf dem Pizzo Carbonara bewachte längste Nudel zu klauen, diese aber von jemand *anderem* bereits gestohlen wurde, damit konnte die gute Mamma nun wahrlich nicht rechnen. Und so geht es zurück ins Totenreich – ein bisschen unverrichteter Dinge, aber vielleicht kann nun die 36-jährige Tochter doch ihre eigene Reise durchs Leben antreten.

Stefan
Da sollte sie sich doch eigentlich glücklich schätzen, die 36-jährige Anna, dass ihre notorisch-überbehütende Mutter von einer Heiligenstatue erschlagen wird. Aber stattdessen betet sie zu Gott und tatsächlich schickt sie einer seiner Zuarbeiter glatt wieder zurück zur Erde. Das unverhoffte Wiedersehen befördert dafür dann Anna – zumindest kurzfristig – ins Jenseits. Unterdessen wird die mit 26,24 m längste Spaghetti der Welt gemacht, geklaut, verschickt – oder auch gar nichts dergleichen?! Fest steht, dass sich die Erzfeindschaft der beiden sizilianischen Familien noch vertieft. Und vielleicht hätte sich auch Bruder Stefan einer dieser beiden anschließen sollen. Dort hätte er zumindest sicher schnell gelernt, wie man Leichen ohne Skrupel zerstückelt…

Sabine
Ein kleiner Bahnhof in Sizilien. Eine ganz normale, italienische Familie. Eine fallende Statue einer Heiligen tötet die Mutter und befördert sie direkt in die Zwischenwelt. Ein letzter Wunsch wird ihr und den anderen, die ebenfalls von Heiligenstatuen erschlagen wurden, dort noch erfüllt. Ein Wiedersehen und ein Versprechen, die Familie zur mächtigsten Familie von Sizilien zu machen. Später trifft die Mutter die Entscheidung, der verfeindeten Mafia-Familie einen toten Fisch zu schicken. Ein  Postbeamter soll den Fisch überbringen, aber er kommt zu spät, die längste Nudel wurde längst gestohlen. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten in der Zwischenwelt ist daher das Letzte, was der Mutter noch bleibt…

Erik
Wer von einer Heiligenstatue erschlagen wird, muss sich erneut beweisen, bevor er in den Himmel kommt: Tochter Maria in Zeitlupe wiedersehen, die Härte der Welt beim Leichenteilen kennenlernen, die längste Nudel der Welt stehlen oder nur ein Paket aufgeben, das nach Fisch stinkt. Und kaum hat man eine böse Seite an sich gefunden, sitzt sie auch schon am Schoß. Die Leiche morst! Mamma mia, alles nur für dich!

Chrissi
Wer am Finanzamt seine Jugendliebe wiederfindet, kann sich auch als Xanthippe darauf verlassen, aus Adams Rippe gemacht worden und damit unwiderstehlich zu sein. Denn die Secession wurde von im Herzen Kommunisten seienden Unfähigen blutrot angemalt, bevor sie mittels Reise nach London, Rom, Amsterdam, Moskau, Tokio und Sidney ihre Spuren verwischen wollten. Währenddessen feiert der Kommissar in San Salvador nach drei Jahren den ersten mordfreien Tag mit der Vergabe von Auszeichnungen für die besten Ausreden für Strafzettel.
Ups, falsche Hälfte.

Max
Ein großgewachsener Tasmane mit Hang zur Melodramatik entdeckt bei einem lange ersehnten Besuch im britischen Rasenmäher-Museum sein Talent für Ninja-Ausdruckstanz in karierten Seidenstrümpfen.
Max war übrigens bei dieser Aufführung nicht da. Und er hat auch diese Zusammenfassung nicht geschrieben.
True Story.

(yy)

12 vor Fuchs hat sich frei gespielt

So mancher wird sich heute fragen,

was sich wohl gestern zugetragen.

EM-Ergebnisse sind nicht das Ziel

Es geht drum: was war vor dem Spiel?

Das könnt ihr in Reimen hier nun lesen

ob nicht da oder da gewesen:

Weiterlesen »